Datenschutz bei Apps

Die Website Datenschutz Praxis hat einen Beitrag über Datenschutz bei Apps veröffentlicht und auch eine Checkliste mit den zu beachtenden Punkten erstellt. In der Tat stelle ich auch bei mir fest, dass man sich Apps gegenüber oft sehr leichtgläubig verhält und nicht immer mit der vielleicht doch angebrachten Skepsis behandelt. Ohne hier Böswilligkeit zu unterstellen, so ist die Facebook-App doch ein sehr gutes Beispiel dafür wie man mit einem Klick mal eben sein gesamtes Adressbuch dem Facebook-Server offenlegt. Die App bietet die Möglichkeit über einen Synchronisationsbutton, die Kontakte aus dem Adressbuch des Telefons mit den bei Facebook gespeicherten Benutzerbildern abzugleichen. Dabei ist egal, ob man mit seinen Adressbuchkontakten auch in den sozialen Netzwerk verbunden ist. Eine übereinstimmende Emailadresse reicht. Und da einige Leute anscheinend kein Problem damit haben sich mit ihrer beruflichen Emailadresse in einem sozialen Netzwerk zu registrieren, kommt es eben auch mal vor, dass das Telefonadressbuch nach dem Sync plötzlich mit Profilbildern von Menschen gefüllt wird, zu denen man eher ein förmliches Verhältnis pflegen möchte. In meinem Fall waren dies bspw. Mitarbeiter meiner Hochschule.

Als Hinweis zum Thema Datenschutz informiert die App mit den Worten „Wenn du diese Funktion aktivierst, werden alle Kontakte von deinem Handy (Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer) an Facebook gesendet und unterliegen dann den Datentenschutzrichtlinien von Faceboook.Zudem werden die Profilbilder deiner Freunde sowie andere Informationen von Facebook zu deinem iPhone-Adressbuch hinzugefügt. Bitte stelle sicher, dass deine Freunde mit deiner Nutzung ihrer Dateneinverstanden sind.“ …is klar. Ich klär das mal eben mit meinen „Freunden“ ab. Abgesehen von den privaten Kontakten hat man natürlich noch diverse nicht ganz so persönliche Kontakte in seinem Handy gespeichert. Hausarzt, Uniprofessor oder auch Expartner werden bestimmt nicht schlecht staunen, bei der Frage, ob man mal eben ihre Emailadresse an Facebook übermitteln können… weil das dann doch Soho cool ist, wenn man denjenigen anruft bzw. angerufen wird und dann das Bild ganz groß auf dem Display hat.

… Zugegeben, ich finde das auch ziemlich cool. Meine Begeisterung hält sich dann aber eben doch in Grenzen bei dem Gedanken, dass die ich zwar nicht u.U. gar nicht so gut kenne, die aber aus welchem Grund auch immer meine Emailadresse in ihrem Adressbuch gespeichert haben und diese einer App offenlegen, die zu einem nicht seriösen Unternehmen wie Facebook gehört.

Ich würde mein iPhone darauf verwetten, dass bis heute nicht ein einziger Nutzer der im Beispiel beschriebenen App das Einverständnis all seiner Kontakte eingeholt hat, um die Synchronisation durchzuführen.

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